Fachkräfte für Deutschland

Durch gemeinsames Handeln viel erreicht

Mit dem Positionspapier „Perspektive 2025 – Fachkräfte für Deutschland“ hatte die Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2011 erstmals eine umfassende Analyse der Fachkräftesituation in Deutschland vorgelegt. Zentrale Frage dabei war: Wie kann es gelingen, einen absehbaren Fachkräftemangel abzuwenden, um Wachstum und Wohlstand zu erhalten? In zehn Handlungsfeldern haben wir wichtige Hebel benannt, durch die das Fachkräftepotenzial in Deutschland erhöht werden kann. Zudem wurde Transparenz über Verantwortlichkeiten in diesen Handlungsfeldern geschaffen. Fünf Jahre später ist unsere Bilanz positiv. Auf unsere Analyse folgten ein konstruktiver Dialog mit unseren Partnerinnen und Partnern am Arbeitsmarkt und intensive gemeinsame Arbeit auf allen Ebenen. Das Thema Fachkräftesicherung ist auf der politischen Agenda angekommen. Es wurde eine Reihe von Initia-tiven ins Leben gerufen, etwa der Demografiegipfel der Bundesregierung oder die Partnerschaft für Fachkräfte, in der sich neben Sozialpartnern und Bundesministerien auch die Bundesagentur für Arbeit engagiert. In vielen der aufgezeigten Handlungsfelder ist es gelungen, einen Teil der Potenziale zu heben. Beson-ders große Fortschritte wurden bei der Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Men-schen erzielt. Und auch die Zahl der Geringqualifizierten konnte deutlich gesenkt werden. Hierbei haben die Arbeitsmarktakteure Impulse gesetzt. Daneben machte sich auch die Zunahme der Nettoeinwande-rung am Arbeitsmarkt bemerkbar. Zusammengenommen führen diese Entwicklungen dazu, dass der Rückgang des Erwerbspersonen-potenzials nicht so dramatisch ausfallen wird, wie noch vor wenigen Jahren befürchtet. Wir wissen aber heute auch, dass Megatrends wie Digitalisierung und Globalisierung den Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften weiter deutlich steigern werden, wenn Deutschland im internationalen Wettbewerb bestehen will. Der drohende Fachkräftemangel ist noch nicht abgewendet. Es geht nun darum, das Erreichte zu festigen und weitere Möglichkeiten zur Fachkräftesicherung auszuschöpfen. Eine besondere Chance stellt dabei die große Zahl der Menschen dar, die derzeit als Flüchtlinge in unser Land kommen. Die meisten sind jung und hochmotiviert. Auch wenn viele von ihnen nicht über eine formale berufsfachliche Qualifikation verfügen, kann ihre Integration in den Arbeitsmarkt über die Ver-mittlung von Sprachkenntnissen und Qualifikationen gelingen. Mit der vorliegenden Broschüre wollen wir eine Zwischenbilanz über das bereits Erreichte ziehen und einen Ausblick auf bislang unbewältigte Herausforderungen geben. Wir beschreiben dafür beispielhaft Wege und Maßnahmen, mit denen es gelingen kann, die Fachkräftebasis Deutschlands in den nächsten Jahrzehnten besser zu sichern, damit künftig noch mehr Menschen einer qualifizierten, existenzsichernden Beschäftigung nachgehen. Hierzu weiten wir den Horizont unserer Analyse bis zum Jahr 2030 aus und schreiben die Handlungsfelder entsprechend fort. Ausgehend von „Perspektive 2025“ haben wir uns seit dem Jahr 2012 im Rahmen unseres Programms „BA 2020 – Antworten der Bundesagentur für Arbeit auf Fragen der Zukunft“ mit unserer eigenen Entwick-lung vor dem Hintergrund des Megatrends Demografie befasst. Das Thema Fachkräftesicherung ist da-bei von zentraler Bedeutung. Mit der Fortschreibung von „Perspektive 2025 – Fachkräfte für Deutschland“ betten wir die Fachkräftesicherung in unser Entwicklungsprogramm ein. So schaffen wir eine noch höhere Aufmerksamkeit in unserer Organisation für das Thema und konzentrieren unsere Ressourcen entsprechend. Unsere Partner am Arbeitsmarkt laden wir ein, den Dialog und die gemeinsame Arbeit fortzusetzen. Alle Akteure müssen jeweils für sie passende Konzepte entwickeln, die ineinandergreifen und das gemeinsa-me Ziel verfolgen. Die bisherigen Ergebnisse machen uns zuversichtlich, dass dies gelingen kann.
Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
2014 waren 617.000 Altenpflegekräfte in Deutschland erwerbstätig. Gegenüber dem Vorjahr nahm ihre Zahl um 31.000 (5,3 Prozent) zu. Mit einem Frauenanteil von 86 Prozent ist die große Mehrheit der Altenpflegekräfte weiblich. Fast alle Altenpflegekräfte sind abhängig beschäftigt; nur wenige Personen (8.000) üben diesen Beruf selbstständig aus. Im Juni 2015 waren 514.000 Altenpflegekräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Plus von 25.000 (5 Prozent) zum Vorjahr. 230.000 Personen oder 45 Prozent gingen einer Tätigkeit als Altenpflegehelfer nach, für die üblicherweise keine oder weniger als zwei Jahre Ausbildung erforderlich sind. 284.000 Personen oder 55 Prozent sind als examinierte Fachkraft tätig. Über die Hälfte des Beschäftigungszuwachses geht auf Helfer zurück (+14.000 bzw. +6 Prozent; Fachkräfte +11.000 bzw. +4 Prozent Mehr als die Hälfte der Altenpfleger arbeitet in Teilzeit (56%). Dabei arbeiten nicht nur fast 6 von 10 Frauen, sondern auch mehr als jeder dritte Mann in Teilzeit. Als Reaktion auf den Fachkräftemangel wurden in den letzten Jahren verstärkt Altenpfleger aus dem Ausland angeworben. Dies zeigt sich in einem wachsenden Anteil Beschäftigter ohne deutschen Pass: Lag der Anteil der Ausländer an den beschäftigten Altenpflegern 2013 noch bei 6,8 Prozent, so hatte er sich bis 2015 bereits auf 8,5 Prozent (44.000 Beschäftigte) erhöht. ). (Quelle: Statistisches Bundesamt / Statista)
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der Bundesagentur für Arbeit
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